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Kunst schafft Beziehungen
Reden zur Kunst als Ausdruck einer Beziehung

Rede 2
Einführung von Theres Held anlässlich der Vernissage zur Ausstellung von Christa Nussbaumer & Felix Boller in der Passarella d'art im Bogn Engadina, Scuol, verbunden mit einer Lesung von Clo Duri Bezzola aus seinem Roman "Zwischenzeit". 31. März 1996.

[Rede 1 gehalten in Zürich und Bergün] [Rede 3 gehalten in Wallisellen]

Dass Texte Bilder hervorrufen und Bilder wiederum Geschichten, mag eine Binsenwahrheit sein, aber eben keine so schlechte.

Lange nicht jeder Text vermag es in dem Masse wie der eben gehörte und lange nicht jedes Bild lässt es zu, dass der Betrachter, die Betrachterin in so viele Geschichten hineinschauen können. Schon diese allein würden die gemeinsame Vernissage von Clo Duri Bezzola, Christa Nussbaumer und Felix Boller erklären. Es gibt aber noch andere Gründe, weshalb die drei Künstler ihr Werk gemeinsam vorstellen, es ist dies übrigens bereits das dritte Mal.

Völlig unabhängig voneinander und zu ganz verschiedenen Zeiten sind ein grosser Teil von "Zwischenzeit" und ein grosser Teil der ausgestellten Radierungen an demselben Ort entstanden: in Naz im oberen Albulatal, diesem Tal, das eben, wie wir gehört haben, "durchlässig ist für Geschichten".

Eine frühe Radierung von Felix Boller, das vorderste Bild der Ausstellung, zeigt diesen Ort, wo die meisten durchfahren und nur wenige bleiben, die Künstler eben und die Musen. Wer hat wen zum Bleiben angehalten? Die hintersten vier Bilder der Ausstellung tragen nicht umsonst die Namen dieser Schutzgöttinnen der Künste.

In Naz sind auch die gemeinsamen Werke von Christa Nussbaumer und Felix Boller entstanden, welche die Namen von Flüssen und Bächen tragen, die diese Landschaft so prägen. Auch diese Bilder erzählen von Wasserfeen, von Steinen und Flechten und vor allem vom Licht. Für alle drei Künstler ist das Licht an diesem Ort ein Ereignis für sich. "Den Drang, sich nach den Abstufungen des Lichts zu orientieren", den Clo Duri Bezzola am Anfang seines Buches mit Worten malt, findet man in diesen Schwarz-Weiss-Radierungen wieder, im Spiel von Licht und Schatten, von Hell und Dunkel.

Neben diesen gemeinsamen Werken zeigen Christa Nussbaumer und Felix Boller auch je eine Auswahl ihres eigenständigen Schaffens der letzten Jahre.

Aus scheinbar Chaotischem lässt Christa Nussbaumer immer wieder neue Bilder entstehen, das führt schliesslich zu einem Werk, das sich von der Ursprungsidee vielleicht weit entfernt hat und grossen Raum lässt für eigene Geschichten des Betrachters.

"Zeitgeist" nennt Felix Boller eine seiner Radierungen, mit welcher er, durch Kombinationen von verschiedenen Elementen, unter anderem der Fotografie, manchmal fast satirische Antworten auf aktuelle Fragen gibt.

Im hinteren Teil der Ausstellung finden wir kleinformatige Bilder, Studien von Menschen, Begegnungen von Mann und Frau. Diese Strichradierungen sind zum Teil hier in Scuol entstanden, wo Christa Nussbaumer während drei Jahren gelebt und gearbeitet hat.

Die Radierung, die auf der Rückseite der Einladung zur heutigen Veranstaltung abgebildet ist, heisst "Bergsicht". Ist es die nicht versperrte Sicht in die Weite, über die Berge zum Meer, oder geht der Blick nach innen, oder kommt das letztlich auf dasselbe heraus?

Zu diesem Verweben von Kunst und eigenen Geschichten sind wir heute von den drei Künstlern eingeladen.

Weil man über Bilder eigentlich nicht zu viele Worte verlieren soll, darf ich Sie nun bitten, zur Ausstellung und zu einem Glas Wein in die Passarelle d'art hinüberzuwechseln, dort finden Sie auch einen Büchertisch, wo Sie Bücher von Clo Duri Bezzola signieren lassen können.

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